Liebe Patientinnen und Patienten,
Impfen gegen Herzinfarkt? Das klingt zunächst ungewöhnlich, ist aber medizinisch gut begründet. Infektionen mit bestimmten Erregern erhöhen nachweislich das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall – vor allem in den ersten Tagen und Wochen nach der Erkrankung. Belegt ist dieser Zusammenhang für Influenza (Grippe), Covid-19 (SARS-CoV-2), Pneumokokken (häufige Erreger von Lungenentzündungen) und RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus).
Wie eine Impfung das Herz schützt
Eine Infektion versetzt den Körper in einen Entzündungszustand. Das belastet Herz und Gefäße und kann – besonders bei bereits vorgeschädigten Gefäßen – einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen. Wer dank einer Impfung gar nicht oder weniger schwer erkrankt, senkt damit auch dieses Risiko. Am besten belegt ist dieser Schutz für die Grippeimpfung: Studien zeigen vor allem bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit (= Verengung der Herzkranzgefäße) weniger Herzinfarkte und Todesfälle. Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie zählt Impfungen deshalb inzwischen zu den Bausteinen der Herz-Kreislauf-Vorbeugung.
Für wen die Impfungen empfohlen sind
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt unter anderem:
- Grippe: jährlich ab 60 Jahren sowie bei chronischen Grunderkrankungen
- Covid-19: jährliche Auffrischung ab 75 Jahren sowie bei bestimmten Grunderkrankungen
- RSV: einmalig ab 75 Jahren, zwischen 60 und 74 Jahren bei bestimmten schweren Grunderkrankungen
- Pneumokokken: ab 60 Jahren sowie bei bestimmten chronischen Erkrankungen
Mehrere dieser Impfungen können bei Bedarf am selben Termin gegeben werden.
Gehören Sie zu einer Risikogruppe – etwa wegen einer Herzerkrankung, Diabetes oder Ihres Alters –, schützt Sie die Impfung doppelt. Sprechen Sie uns an: Wir prüfen Ihren Impfstatus und beraten Sie, welche Impfungen für Sie sinnvoll sind. Einen Termin vereinbaren Sie bequem über unsere Online-Terminbuchung oder telefonisch unter 09255/255.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Team-Oberlandärzte

